Die Nacht der Tigerin | Erotischer Roman

Stella Harris

Erotik, Exotik & Mystik
Amara – jung, schön, attraktiv – ist vom Sex in ihrer Ehe frustriert und auf der Suche nach der großen Liebe.
Glück ist für sie ein luxuriöses Leben mit Männern, die ihr jeden Wunsch erfüllen.
Bisher wurde sie auf ihren Körper reduziert, aber nun spürt sie, dass irgendetwas fehlt.
Als Amara mit ihrem Mann nach Indonesien fliegt, trifft sie auf einen Schamanen, der sie verdammt, das Leben einer Tigerin zu führen.
Verzweifelt streift sie umher, getrieben von einer neuen unbändigen Gier nach Sex.
Gelingt es Amara, den Fluch der Tigerin zu brechen und die wahre Liebe finden?

Lange Leseprobe

  • Statt die Kerze anzuzünden, steht Dalang Harto auf, schließt die Tür und verriegelt sie. Er findet trotz der Dunkelheit in seinen Sessel zurück. »Schön, dass es dir gefallen hat. Es ist das beste Restaurant hier im Ort«, sagt er. »Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint.«
    »Es ist wirklich gut.«
    Der Regen trommelt auf das Ziegeldach. Amara wartet auf etwas, am liebsten würde sie ihre Hand unter den Slip schieben. Nur eine Armlänge entfernt sitzt ein attraktiver Mann im pechschwarzen Zimmer, lauscht wie sie dem Regen und beschäftigt sich hoffentlich mit den gleichen Gedanken wie sie. So wird es sein. Er muss ebenso unsicher sein wie sie. Nein, sie verwirft diesen Gedanken. Nicht dieser Mann, er wirkt nicht ängstlich. Er weiß, was er will, und er weiß, dass er es bekommen wird. Was aber, und vor allen Dingen, wie fühlt und denkt dieser Mann, dieser javanische Aristokrat? Wieder fällt ihr sein Raubtierblick ein, wie diese furchtlosen Augen im Scheinwerferlicht in Vorpommern.
    »Was denkst du über mich?«, hört sie sich fragen. Er schweigt lange, sodass Amara schon meint, dass er die Frage ignorieren wird. Dann hört der Regen schlagartig auf, als ob sich seine Kraft verloren hätte.
    Schließlich hört sie seine Stimme: »Mein Deutsch ist vielleicht nicht gut genug, um das zu sagen. Ich finde, dass du eine schöne und sehr attraktive Frau bist. Aber da ist noch etwas, für das ich keine Worte finden kann. Nicht einmal auf javanisch. Wenn ich auf der Bühne stehe, ist das manchmal auch so – ich halte eine Puppe in der Hand und sie muss etwas Bedeutungsvolles sagen. Ich spüre das Verlangen, passende Worte zu finden, aber sie fallen mir nicht ein. Deshalb bewege ich die Puppe als Ersatz für das, was ich sagen wollte. Die eigentliche Bedeutung geht dabei verloren. Aber wenn ich dich ansehe oder wie jetzt einfach nur spüre, dann geschieht etwas in meinem Körper. Ein starkes Begehren, stärker als das, was ich jemals für eine andere Frau empfunden habe.«
    Er schweigt und Amara hört, wie das Regenwasser von den Blättern auf das Dach tropft.
    »Der Regen hat aufgehört«, sagt er. »Ja, er hat wirklich in diesem Moment aufgehört, ein Omen.«
    Plötzlich ist in der feuchten Luft der Chor eines zarten, beharrlichen Gezirpes von unzähligen Insekten zu hören.
    »Ich muss gehen«, sagt er matt. Wurde ihm soeben eine Entscheidung abgenommen, weil der Regen aufgehört hat?
    Nun ist es an ihr, etwas zu sagen. Fast flehentlich entgegnet sie: »Geh nicht. Ich möchte nicht, dass du gehst.«
    So bleiben sie beide schweigend in der Dunkelheit sitzen, während draußen ein Heer von Fröschen zu quaken beginnt. Gemeinsam mit den Insekten errichten sie rund um die Lodge eine Mauer von Geräuschen, die sie beide von der Welt dort draußen trennt.
    Als Amara wieder spricht, durchdringt ihre Stimme schneidend die schwüle Nachtluft. Sie ist erschrocken über ihre Zielstrebigkeit: »Geh nicht, Harto! Komm zu mir. Bitte komm herüber auf mein Bett. Ich will deine Liebe.«
    Sie hört, wie Harto aufsteht, seine Kleidung abstreift und sich zum Bett tastet. Schließlich spürt sie seine Hand auf ihrem Körper und wie er sich neben sie legt. »Wenn du meine Liebe willst, dann muss ich dich kennenlernen. Ich kann nicht lieben, was ich nicht wirklich kenne. Sonst wäre es nur ein Begehren. Erzähle mir von dir!«
    Seitdem die Tür zu ist, wird es immer wärmer in dem Raum, den zuvor der Nachtwind gekühlt hatte. Amara fühlt sich heiß an, vielleicht kommt aber die Hitze auch nur aus ihr selbst, durch ihr Verlangen nach Liebe. Sie öffnet ihren Rock und zieht ihn zusammen mit ihrem Slip über die Beine, dann streift sie die Bluse ab und zieht schließlich auch den BH aus.
    »Mir war heiß«, sagt sie zu Harto, als ob sie sich für ihre Nacktheit entschuldigen müsste.
    Sie wartet, dass er ihren Körper berührt, aber Harto sucht nur ihre Hand und hält sie fest. Es ist der gleiche Druck wie gestern Abend – er hält sie fest, nimmt aber keinen Besitz von ihr.
    »Was soll ich dir erzählen?«, fragt sie schließlich und rückt etwas näher zu ihm. Näher zu dem männlichen Geruch nach Schweiß.
    »Alles«, meint Harto einfach. »Fang am besten bei deiner Geburt an.«
    Und Amara erzählt ihm alles, was ihr einfällt. Von ihrer Kindheit, von ihrem Stiefvater, der sie liebte und benutzte und sie glauben ließ, dass dies normal und schön sei. Sie erzählt von ihren Schulfreunden, den ersten Männern in ihrem Leben und schließlich von Malte.
    »Und warum hast du Malte verlassen?«, will Harto schließlich wissen.
    Amara überlegt. Warum hat sie Malte verlassen? »Vielleicht ist es so, wie du gerade sagtest. Man kann nur lieben, was man kennt. Und ich habe Malte nie kennengelernt, an seinem Leben durfte ich ja nicht teilhaben. Er brauchte mich nicht, nachdem mein Körper ihm nichts Neues mehr bieten konnte.«
    Harto überlegt lange. Wie soll er ihr klarmachen, dass sie keine Liebe erwarten kann, wenn sie nur ihren Körper anbietet. Er verstärkt den Druck seiner Hand. »Ich glaube, wenn du geliebt werden möchtest, musst du nicht nur deinen Körper anbieten. Du wirst immer nur bekommen, was du selbst zu geben bereit bist.«
    »Aber ich habe doch nur meinen Körper ...«
    »Nein!«, sagt Harto scharf. »Du hast viel mehr. Du hast deine Gedanken, deine Gefühle, deine Wünsche und Hoffnungen. Du hast eine Seele.«
    Amara klammert sich plötzlich an seinen nackten Körper, legt ihre Brüste auf seinen Bauch und verschränkt ihre Hände hinter seinem Kopf: »Ich weiß nicht, ob ich eine Seele habe. Wirst du sie finden?«
    Sie rutscht etwas weiter über ihn und spürt plötzlich sein Glied unter ihrem Bauch. Instinktiv will sie danach greifen und es streicheln und küssen. Sie will es für sie bereit und so hart wie möglich machen. Es soll ihre Muschi verwöhnen, sie erregen und ihr Befriedigung verschaffen. So lief das bisher immer. Wenn sie einen guten Fick wollte, dann musste sie den Mann vorher nur ordentlich in Stimmung bringen.
    Plötzlich dringen Hartos Worte zu ihr durch: Du musst nicht nur deinen Körper anbieten. Du wirst immer nur bekommen, was du selbst zu geben bereit bist. Wenn sie ihm jetzt eine harte und dauerhafte Erektion verschaffen würde, dann doch nur, damit er sie danach besser befriedigen kann. Das alte Spiel würde immer so weitergehen.
    »Suche meine Seele«, sagt sie, dreht sich von ihm herunter und liegt nackt neben ihm.
    Soll er doch suchen, wo er will, denkt sie, aber woanders als in meinem Körper wird er sie nicht finden.
    Durch die geschlossenen Vorhänge dringt nun etwas Licht herein. Wahrscheinlich ist der Strom wieder da und draußen brennen einige Lampen. Schemenhaft kann sie seinen Körper erkennen.
    »Deine Seele musst du selbst finden«, sagt er nach einer Weile. »Aber ich kann dir dabei helfen.«
    »Wie willst du mir helfen, meine Seele zu finden?«, flüstert Amara.
    »Gott wird dir deine Seele zeigen. Aber nicht der ›liebe Gott‹ aus der Kirche, der oben im Himmel wohnt. Ein anderer Gott. Wenn du bereit bist, zeige ich dir den Weg dorthin.«
    Harto schweigt und gibt keine weiteren Erklärungen ab, aber seine Hand bewegt sich langsam in ihre Richtung, ertastet ihren Bauch und wandert zu ihren Brüsten. Amara fällt es schwer, ruhig liegen zu bleiben. Als ob es einen Reflex gäbe, der ihren Unterleib erregt, sobald sie von einem Mann berührt wird. Sie wehrt ihn nicht ab, aber sie fordert ihn auch nicht heraus.
    Langsam und sanft umspielt er ihre Brustwarzen und Amara muss sich beherrschen, um ihre Erregung nicht zu verraten. Seine Hand wandert ihren Bauch hinab, verweilt kurz bei ihrem Nabel und gleitet dann tiefer.
    Zusammen mit seiner Hand spürt Amara, wie auch ihre Erregung aus dem Bauch immer tiefer geht. Ihre Muschi kribbelt und als seine Hand an ihrer Spalte angekommen ist, fühlt Amara, wie sich dort die Feuchtigkeit ausbreitet und ein Hitzeschauer durch ihren Unterleib geht.
    Hartos Hand gleitet über ihren Kitzler und versucht schließlich die Innenseiten ihrer Schenkel zu streicheln. Reflexartig öffnet Amara ihre Beine und genießt, wie seine Hand tiefer wandert. Kurz vor ihren Knien macht er halt und bewegt seine Finger wieder nach oben. Ganz sanft streichelt er ihre zarte und weiche Haut, bis er wieder ihre Schamlippen erreicht hat.
    »Morgen helfe ich dir, deine Seele zu finden, aber heute will ich Sex mit dir«, sagt er leise.
    »Ja, ich bin bereit. Nimm dir, was du möchtest.«
    Amara kann seinen Körper weiterhin nur schemenhaft erkennen, sie weiß nicht, ob sein Penis schon hart und steif und für sie bereit ist. Aber als er mit seinen Fingern in sie eindringt, atmet er plötzlich heftiger und sie spürt, wie er unruhig wird.
    Ihre Hand wandert nun auf seine Seite, sie spürt seine unbehaarte Brust und lässt ihre Finger um seine Brustwarzen kreisen. Ihre Hand bewegt sich nach unten über seinen festen Bauch und dann liegt ihre Hand plötzlich auf seinem harten, pochenden Glied.
    Langsam tastet sie es ab, streichelt über den Schaft und berührt zart seine Hoden, die sich sofort zusammenziehen. Er scheint für sie bereit zu sein und auch sie hat das Gefühl, dass ihre Muschi bereits brennt.
    Die Anspannung der letzten Tage, das Gespräch mit Malte, der Flug nach Yogyakarta, die Suche nach dem Hotel und schließlich die »Wayang Kulit«-Vorstellung im Kraton – das alles drängt jetzt aus ihr heraus und sie spürt, dass sie nicht mehr warten kann. Und ein zweites Mal wird es heute Abend mit Harto nicht geben. Sie ist sich sicher, dass auch er sehr angespannt und nicht auf längere Sexspiele eingestellt ist. Kurzentschlossen setzt sie sich auf ihn, lässt seinen Schwanz in ihre feuchte, schlüpfrige Muschi gleiten und reibt ihre Nippel auf seiner Brust.
    Ganz tief schiebt sie sich über seinen Penis, spürt, wie er in ihr pocht und sie ausfüllt. Dann bewegt sie sich langsam auf und ab, lässt seinen Schwanz kurz an ihrem Kitzler reiben und lässt ihn dann wieder hart und tief in sich eindringen.