er blue panther books Taschenbuch

Geheime Begierde | Erotischer Roman

Amy Walker

Was macht einen Seitensprung zum Seitensprung? Und was ist, wenn der eigene Mann das sogar erlaubt?
Als Annabell zum ersten Mal einen SwingerClub betritt, spürt sie, dass eine dunkle Seite tief in ihrem Inneren darauf wartet, entfesselt zu werden.
Getrieben von dem Verlangen nach der Lust, tastet sie sich zusammen mit ihrem Mann immer näher an ihre Grenzen heran.
Doch ein Tabu bleibt: Der Sex mit einem anderen.
Doch setzt sie wirklich ihre Ehe aufs Spiel, um sich einem Fremden hinzugeben?

Lange Leseprobe

  • Als Sven das Auto auf der gepflasterten Einfahrt vor unserem Haus abstellt, bin ich so erregt, dass meine Beine zittern. Alles in mir ist auf meine glühende Mitte ausgerichtet, sodass ich mich zusammennehmen muss, um mit seinem Laufschritt mitzuhalten und nicht zu stolpern. Kaum dass ich die Haustür hinter uns schließe, fällt er über mich her.
    Ich knalle mit dem Rücken unsanft gegen die Wand, doch das ist mir egal. Hungrig gleiten meine Hände über Svens Körper, meine Lippen presse ich hart auf seinen Mund. Seine Zunge dringt in mich ein. Roh, fordernd. »Fuck!«, fluche ich und nestle an Svens Jeansknopf herum, doch er will einfach nicht aufgehen. Sven schiebt unwirsch meine Hände beiseite und reißt die Hose auf. Ich ziehe den Reißverschluss herunter und zerre an seinen Shorts. Sein Schwanz springt mir förmlich entgegen. Sofort umschließe ich ihn und reibe stimulierend auf und ab. Als ob das noch nötig wäre. Sven ist sowas von startklar.
    Er keucht ungehalten und stößt in meine Hand. Ungeduldig schiebt er meinen Rock nach oben und zerrt meinen Slip herunter. Eilig steige ich aus ihm heraus, als er lose um meine Knöchel liegt, und kicke ihn achtlos davon. Mit einem Ruck hebt Sven mich in die Höhe und sieht sich wild um. Ich lande auf dem Sideboard, auf dem auch das Telefon steht. Kaum, dass meine Pobacken die Platte berühren, schiebt Sven seine Hand zwischen meine Beine und spreizt meine Schamlippen. Prüfend gleiten seine Finger durch meine Nässe, ein dreckiges Grinsen umspielt seine Lippen. »Feucht und bereit für mich«, grollt er und greift nach seiner beachtlichen Erektion. Schwer atmend beobachte ich, wie er sich in Position bringt und seine pralle Eichel meine Schamlippen auseinanderdrängt. Doch anstatt in mich einzudringen, lässt er sie neckend auf- und abgleiten.
    Irritiert richte ich meine Aufmerksamkeit auf sein Gesicht. Unverhohlene Begierde liegt in seinem Blick, sein Kiefer ist angespannt. Nichts würde er lieber tun, als mich hemmungslos zu nehmen, doch mir ist klar, worauf er wartet, was sein Vergnügen noch weiter steigert. Ich umschließe mit zittrigen Fingern sein Kinn und starre ihm auffordernd in die Augen. »Fick mich endlich!«
    Svens Brustkorb hebt und senkt sich unter seinen erregten Atemzügen. Seine Augen flackern, als er meine Schenkel noch weiter auseinanderdrückt und in mich eindringt. »Verflucht, musst du so heiß sein?« Sein Mund verzieht sich gequält, seine Schultern spannen sich unter meinen Handflächen an. Ganz langsam beginnt er, sich zu bewegen. Ich schließe meine Beine um ihn und spanne sie an, um ihn dazu zu zwingen, sich tiefer in mir zu versenken. »Verdammt, ich wollte keinen Blümchensex!« Ein rauer Laut löst sich aus seiner Brust. »Nicht, Annabell, sonst komme ich wie ein notgeiler Jüngling – viel zu früh.«
    Überrascht halte ich inne und betrachte Svens angespanntes Gesicht. Auf seiner Stirn bilden sich kleine Schweißperlen, an seiner Schläfe pocht eine kleine Ader, er ringt ganz offensichtlich um Fassung. Und das meinetwegen. Innerlich jubiliere ich.
    »Das will ich natürlich nicht«, erwidere ich, äußerlich völlig kühl, und lege meine Hand auf die harten Muskeln seines Bauches. Sven zuckt leicht zusammen, seine Lider flattern, er steht kurz davor, die Kontrolle zu verlieren. Ungnädig schiebe ich ihn von mir und rutsche auf dem Sideboard ein Stück nach hinten.
    ***
    Nacheinander treten Sven und ich aus dem Barbereich in das gedimmte Licht und sofort werden die Stöhn- und Keuchlaute deutlicher. Meine Klitoris beginnt zu pochen. Gebannt gehe ich auf das vergitterte Spalier zu, das die erste Nische vom Gang abtrennt. Ich schließe meine Finger um das dunkle Holz und spähe hinein. Sven stellt sich dicht hinter mich. Ich spüre, wie er atmet, seine Erektion drängt sich gegen meinen Po. Ich erschaudere.
    Jetzt wäre der perfekte Moment, um einfach mitgerissen zu werden, doch leider befindet sich in dem kleinen Raum niemand, der das tun könnte. Ich atme auf. Mein Herz hämmert gegen meine Rippen. Wir gehen weiter. Im nächsten Raum befindet sich zwar ein Paar, doch sie scheinen gerade fertig geworden zu sein und ziehen sich wieder an.
    Sven deutet auf das Ende des Ganges, ich nicke stumm. In der knisternden Atmosphäre des dämmrigen Lichts wage ich es nicht, auch nur ein Wort zu sagen. Stattdessen gehe ich Sven voraus und bleibe überwältigt stehen, als ich den ersten Schritt in den großen Raum hineingetan habe. Krass.
    Die Spielwiese ist über mehrere Ebenen angeordnet, auf denen sich unzählige Menschen miteinander vergnügen. Völlig überreizt von so viel nackter Haut weiß ich gar nicht, wohin ich zuerst schauen soll.
    »Wie wäre es, wenn wir uns in einen dieser kleinen Räume begeben?«, schlage ich Sven stattdessen aufgewühlt vor und drehe mich zu ihm herum. Seine Augen flackern erregt, den Blick hat er immer noch sehnsüchtig auf die Szenerie im Innern des Raumes gerichtet. »Okay«, erwidert er dunkel und packt mich an der Hand. Ihm würde es wahrscheinlich gar nichts ausmachen, sich sofort in die Mitte des Geschehens zu begeben. Mir zuliebe nimmt er sich jedoch zurück. Ein bisschen zumindest.
    Kaum dass ich mit zittrigen Knien die zwei Treppenstufen emporgestiegen bin, die den abgetrennten Bereich erhöhen, schnappt Sven sich ein Handtuch aus der Ecke, breitet es aus und drängt mich rücklings darauf. Schwer legt er sich auf mich, seine Lippen küssen sich fiebrig über meinen Hals. Ich keuche, als er seinen harten Penis provokant über meine Scham reibt. Die Feuchtigkeit meiner Lust benetzt meinen Slip, meine Lider flattern. Ich will mich dem hingeben, aber ich kann das Gemurmel nicht ganz verdrängen, das von draußen zu uns hereindringt. Während Svens Mund sich zu meinem Dekolleté vorarbeitet, drehe ich langsam meinen Kopf in Richtung Trennwand.
    Finger haben sich in die Löcher des vergitterten Spaliers verhakt, mehrere Augenpaare blicken zu uns herein. Manche ruhen ruhig auf mir, andere folgen ruckartig Svens Bewegungen, gleiten meinen Körper hinab, streicheln mich. Ich kann sie beinahe wie Berührungen fühlen. Eine Gänsehaut breitet sich auf meinem ganzen Körper aus.
    ***
    Ich halte erschrocken den Atem an. Wir stehen mitten in einem Spielzimmer, wie es jeder spätestens seit der Verfilmung von Fifty Shades of Grey kennt. Über die gesamte Fläche der Stirnwand verteilt hängen Werkzeuge, die sowohl Lust als auch Schmerz erzeugen können. Peitschen in allen möglichen Variationen, bedrohlich aussehende Klemmen, Stöcke, Handschellen, Ledermasken, aber auch Dildos und Vibratoren. Und in einer Ecke steht ein Stuhl, der mich sehr an den bei meinem Gynäkologen erinnert. Mir wird allein schon vom Hinsehen ganz übel.
    »Lass es gut sein, ich hab es ja verstanden – sag niemals nie. Aber das hier will ich wirklich nicht tun.« Ich trete unruhig von einem Fuß auf den anderen, bereit zur Flucht. Es gefällt mir nicht, wie interessiert Sven die Eisenketten mustert, die von der Decke hängen. An den Enden, die lose in der Luft baumeln, sind lederne Manschetten befestigt. Am anderen Ende sind sie auf eine Drehvorrichtung aufgewickelt, die an der Wand befestigt ist – um genau die richtige Höhe einstellen zu können. Ein erneuter Schauder jagt mir über den Rücken.
    Svens Augen blitzen fasziniert, als er sich zu mir herumdreht. »Versuch es doch wenigstens mal. Immerhin ist dir dieses Beispiel als Erstes in den Sinn gekommen. Vielleicht gefällt es dir tatsächlich und mir auch.« Ich kann nicht fassen, dass er das von mir verlangt. »Ich will dich aber nicht schlagen. Wirklich nicht.« Vielmehr will ich mich umdrehen und einfach gehen. Doch Sven ist schneller. Er packt mich, und ehe ich mich versehe, hänge ich an einer Hand fixiert an einer der Ketten, den Arm unbequem über den Kopf gestreckt. Das ist bestimmt keine meiner Fantasien.
    »Spinnst du?« Empört funkle ich Sven an, doch anstatt mich wieder loszumachen, greift er seelenruhig nach meiner anderen Hand und versieht auch diese mit einer ledernen Manschette. Ich bin so überrascht, dass ich mich noch nicht mal wehre. Erst als sich der Gurt schließt, zerre ich an den Fesseln. Die Ketten klirren leise, doch ansonsten tut sich nichts.
    »Also, ich habe überhaupt kein Problem damit, mal was Neues auszuprobieren«, murmelt Sven, dreht mir den Rücken zu und geht zu den Werkzeugen hinüber. Mir wird ganz schwindelig, als er prüfend eine Peitsche in der Hand wiegt. Bis jetzt hätte ich die meine für ihn ins Feuer gelegt …
    »Lass den Scheiß, ich will nicht geschlagen werden. Darauf stehe ich ganz bestimmt nicht. Und du bekommst gewaltigen Ärger mit mir, wenn du es auch nur versuchst.« Ich keife, feure böse Blicke auf seinen Rücken ab und versuche es sogar mit Betteln, doch Sven macht mich nicht los, sondern hängt die Peitsche zurück und greift entschlossen nach einem Stock.
    »Wir brauchen noch ein Safeword, richtig?«, fragt er, als er sich wieder vor mich stellt und den Stock leise klatschend gegen seine Handfläche schlägt.
    »Wie wäre es mit: Mach mich auf der Stelle los, du Idiot?« Demonstrativ zerre ich an meiner Fesselung.
    »Du lässt dir das von einer Sklavin doch nicht gefallen?«
    Die dunkle Stimme lässt mich innehalten. In der Tür steht ein Paar. Na gut, nicht irgendein Paar …
    »Natürlich nicht. Sie ist ein widerspenstiges kleines Ding, aber mit dem hier werde ich ihr das schon austreiben«, antwortet Sven dem Dom gelassen und lässt den Stock pfeifend durch die Luft sausen. Ein fieses Prickeln überzieht meine Haut. Ich weiß nicht, ob aus Angst vor diesem Kerl, der wie mein Mann aussieht, sich aber völlig anders benimmt, oder vor kaltem Grauen vor dem imposanten Dominanten, der ihn angesprochen hat.
    Der wirkt jedenfalls sehr einschüchternd, wie er groß und dunkel im Türrahmen steht und Sven und mich mit ruhigem Blick beobachtet. Eine faszinierende Präsenz geht von ihm aus, stark und auf natürliche Weise überlegen. Kein Wunder, dass seine Sklavin keine Mucken macht. Mit demütig gesenktem Blick und artig hinter dem Rücken gekreuzten Armen steht sie neben ihm. Um ihren schlanken Hals liegt ein Halsband. Die Leine, die an einer Öse eingehakt ist, hält er lose in den Händen. Er muss nicht daran zerren, laut sprechen, oder die Muskeln spielen lassen, um sie einzuschüchtern.