er blue panther books Taschenbuch

Blinde Lust | Erotischer Roman

Amy Walker

Stell dir vor, der Mann deiner Begierde ist vollkommen blind. Was würdest du tun, um ihn deine Lust spüren zu lassen?

Als Studentin Lara den Job als
Haushaltshilfe bei dem blinden
Jason annimmt, ahnt sie noch nicht,
welch voyeuristische und exhibitionistische Veranlagungen in ihr schlummern.
Immer tiefer gerät sie in einen Sog aus Lust und Verlangen.
Doch der charismatische Jason ist nicht bereit, ihre neu erwachte Gier vollends zu stillen.
Und dann ist da auch noch July, Jasons ebenso attraktive wie rätselhafte Ex-Frau ...

Was verschweigt Jason Lara?
Kann er ihr geben, wonach sie verlangt?
Und schafft sie es, sein Geheimnis zu lüften?

Lange Leseprobe

  • Nachdem er mir die restlichen Räume im Erdgeschoss der zweistöckigen Wohnung gezeigt hat – die Küche, den Hauswirtschaftsraum, die Gästetoilette, den Wohnbereich kenne ich ja schon, und ein Büro – folge ich ihm staunend die geschwungene Glastreppe nach oben. Mit der Hand streiche ich federleicht über den kühlen Edelstahl des Treppengeländers und fühle mich wie eine Prinzessin.
    „Ich denke, für heute genügt es, wenn du die Wäsche machst und das Bad putzt. Das ist gleich hier“, reißt Jason mich aus meinen Tagträumen, kaum dass wir die Galerie betreten.
    „Erste Tür: Bad“, wiederhole ich gehorsam und werfe einen Blick hinein. „Oh mein Gott, das darf doch nicht wahr sein ...“ Sehnsüchtig gleitet mein Blick über die zwei Designerwaschbecken, eine freistehende Badewanne und eine verschwenderisch große Dampfdusche mit einer ziemlich nach Hightech aussehenden Armatur. Ich fühle mich wie verzaubert – glänzendes Glas und Chrom, wohin ich auch sehe. Der Anblick ist so überwältigend, dass ich sogar Jason vergesse.
    „Dir gefällt mein Bad?“, fragt er leise lachend und tritt hinter mich. Ein erwartungsvolles Prickeln rinnt mir über die Wirbelsäule. Mmh, es fühlt sich unglaublich sexy an, die Berührung seines Körpers in meinem Rücken zu ahnen. „Für so ein Badezimmer würde ich töten“, antworte ich ihm, um mich nicht ablenken zu lassen, und werfe einen Blick über meine Schulter.
    Er steht ganz dicht hinter mir und grinst versonnen. Verflucht, ich kann einfach nicht widerstehen … Wie hypnotisiert drehe ich mich um. Um seine Augen bilden sich sympathische Lachfältchen. Wie alt ist er? Ich traue mich nicht, ihn zu fragen, aber ich schätze ungefähr acht oder neun Jahre älter als ich, also um die achtundzwanzig.
    „Du darfst den ganzen Nachmittag in diesem Badezimmer verbringen, aber erst will ich dir noch das Schlafzimmer zeigen.“ Seine Hand sollte wohl wieder mal in meinem Rücken landen, aber anscheinend hat er nicht mitbekommen, dass ich mich umgedreht habe. So landet sie am Ansatz meines Dekolletés.
    Ich erschaudere. Kleine Stromstöße explodieren unter seinen warmen Fingern auf meiner nackten Haut. Unwillkürlich halte ich den Atem an. Jasons Miene erstarrt, ganz leicht zieht er die Augenbrauen zusammen und scheint zu begreifen. „Oh, entschuldige …“ Sofort nimmt er seine Hand weg. Als wecke er mich damit aus meiner Erstarrung, ringe ich nach Atem.
    „Kein Problem“, erwidere ich zittrig und schlüpfe an ihm vorbei. Fuck, so unbeholfen, wie ich mich anstelle, werde ich nie wieder Sex haben – vor allem nicht mit diesem hübschen Kerl. Tatsächlich bringe ich es einfach nicht über mich, mir dieses kleine Versehen zunutze zu machen.
    Unglücklich verziehe ich den Mund und mustere seine anziehende Erscheinung. Zwischen meinen Beinen kribbelt es. Ich sollte mir ganz dringend etwas einfallen lassen, wie ich seine Nähe ertragen kann, ansonsten werden die Stunden bei ihm die reinste Folter. Meine Haut brennt an der Stelle, die er berührt hat, und meine Nippel ziehen sich unter dem dünnen Stoff meines Shirts hart zusammen. Innerlich stöhne ich auf. Er hätte seine Hand nur ein wenig bewegen müssen, dann hätte er mit den Fingerspitzen meine Brust berührt. Aus dem Kribbeln zwischen meinen Schenkeln wird ein eindringliches Ziehen. Denk nicht mal daran … „Ist hier das Schlafzimmer?“, frage ich hastig und drücke die Klinke der nächsten Tür herunter. Abgesperrt!
    „Nein“, erwidert Jason und folgt mir. Automatisch weiche ich so weit es geht vor ihm zurück und presse mich rücklings gegen die Tür. Es ist seltsam, aber sobald es um dieses Zimmer geht, das er mir zu betreten verboten hat, scheint sich etwas in ihm zu verändern.
    „Das ist der Raum, den du niemals betreten wirst“, lässt er mich bestimmt wissen. Seine Stimme ist fest, seine Bewegungen beherrscht. Aber genau das bringt mich zum Zittern. Es erinnert mich an die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm. Er stellt sich ganz dicht vor mich und wartet ab. Der Ausdruck auf seiner Miene ist lauernd, seine Schultern angespannt. Unwillkürlich sehe ich zu ihm auf. Er steht so eng bei mir, dass ich beinahe spüren kann, wie sein Brustkorb sich unter seinen schnellen Atemzügen hebt und senkt. Alles um mich herum löst sich ganz einfach in Luft auf. Nur noch ich, Jason und diese seltsame Anspannung zwischen uns sind real.
    „Warum darf ich nicht in dieses Zimmer?“, frage ich gebannt von der wilden Schönheit, die er in diesem Augenblick ausstrahlt. Er senkt seinen Kopf, ich erschaudere. „Ganz einfach: weil ich es sage“, flüstert er an meinem Ohr. Heiß streift sein Atem meine Haut.
    Oh mein Gott. Ich keuche leise. Noch nie hat mich eine Zurechtweisung derart angemacht. Vielleicht liegt es an der Überlegenheit, mit der er mich auf meinen Platz verweist, vielleicht ist es aber auch einfach nur seine Nähe, die mich mitnimmt und weiter erregt. Ich weiß nur eins: Ich will diesen Mann!
    „Okay“, gebe ich piepsig nach.
    „Braves Mädchen“, flüstert Jason und atmet tief durch. Für den Bruchteil einer Sekunde berührt seine feste Brust meine steifen Nippel. Glühende Hitze rast durch meinen Körper und schießt mir pochend zwischen die Beine. In der reglosen Stille zwischen uns kann ich meinen rauen Atem hören und verharre ganz ruhig. – Geh nicht weg!
    „Hat dir eigentlich schon mal jemand gesagt, dass du verdammt gut riechst?“, murmelt Jason und fährt mit seiner Nase federleicht über die Stelle hinter meinem Ohr, auf die ich jeden Morgen mein Parfüm tupfe. Er zieht den Atem ein, als wollte er meinen Geruch wittern.
    Automatisch lege ich meinen Kopf zur Seite, um ihm Platz zu machen. Jasons Berührung wird eindringlicher, wieder schnuppert er an mir. „Es riecht fruchtig und frisch. Irgendwas mit Erdbeeren …“ – „Das ist mein Shampoo.“ Ich presse meine Hände flach an das Holz der Tür, um dem Drang zu widerstehen, sie in seinem Haar zu vergraben und ihn an mich zu ziehen. Dieser Moment gehört ihm und er wird vergehen, wenn ich ihn einfach so anfasse.
    „Mmh“, brummt Jason genüsslich. Ich werde ganz schwach, gleichzeitig spannt sich alles in mir an. Wie kann es sich nur so sinnlich anfühlen, beschnuppert zu werden? „Da ist noch was anderes, ganz Zartes und Leichtes.“
    Unglaublich, dass er das überhaupt bemerkt, und unglaublich, dass das hier gerade wirklich geschieht. Verstohlen neige ich meinen Kopf in seine Richtung, sodass sich sein weiches Haar an meine Wange schmiegt. Das fühlt sich gut an. Vorsichtig, um den Bann nicht zu brechen, atme ich ein und aus. „Maiglöckchen“, erwidere ich leise. „Das ist mein Parfüm. Ich liebe den Duft von Maiglöckchen. Irgendwie passt er zu mir.“
    „Maiglöckchen“, wiederholt Jason und seufzt leise. „Es macht mich einfach verrückt, wenn ich einen Geruch nicht einordnen kann.“ Ganz sanft streifen seine Lippen über meinen Hals, als wollte er den Duft auch schmecken. Oh ja, küss mich! Meine Augenlider flattern im Takt von Jasons schnellen Atemzügen. „Du hast recht, Maiglöckchen passen zu dir. Leicht und unbeschwert, genauso wie ein Collegemädchen sein sollte.“ Ein unterdrücktes Stöhnen löst sich aus seiner Brust.
    Mein Herz rast. Ein unbeschwertes Collegemädchen … Es macht ihn an, solche Mädchen zu verführen, da bin ich mir sicher. Wie er an mir riecht, die Art, wie sein Körper sich anspannt, um sich zurückzuhalten … Es ist pure Verführung! Alles in mir pulsiert vor Verlangen. Wenn ich diese Chance vorbeiziehen lasse, wird es keine weitere geben.
    Vorsichtig lege ich meine Hände auf Jasons Brust ab und schmiege meine Wange an seine Schulter. „Du hast recht: Ich bin genauso, wie ein unbeschwertes Collegemädchen sein sollte. Ich bin jung, noch ziemlich unerfahren und will mein Leben einfach nur genießen – mit allem, was dazugehört. Ich will neue Erfahrungen sammeln …“ Ich wage es kaum zu atmen. Jasons ganze Haltung ist steif. Er begreift, was ich ihm damit sagen will, und meine Worte schrecken ihn ab. Fuck! Ich blamiere mich hier bis auf die Knochen, aber warum steht er dann noch so eng bei mir und lässt zu, dass ich ihn berühre?
    „Du solltest so etwas nicht sagen, Lara! Du spielst mit dem Feuer.“ Mit einem rauen Laut packt Jason mich an der Taille und presst sich an mich. Völlig unvermittelt spüre ich seine harte Erektion an meinem Bauch. Ich keuche überrumpelt. Heiße Lust wallt in mir auf. Ich habe mich nicht getäuscht, er will mich.
    „Warum nimmst du dir nicht einfach, was ich dir anbiete?“, flüstere ich matt. Die Sehnsucht nach ihm raubt mir die letzte Kraft, mit der ich mich gegen dieses nagende Verlangen stemmen könnte. Aber ich will mich ja auch gar nicht dagegen wehren.
    „Das geht nicht“, antwortet Jason mit belegter Stimme. Auf der Suche nach meinem Mund gleiten seine Lippen über meine Wange. Wehrt er sich gegen mich, weil ich seine Angestellte bin? Ich schüttle den Kopf. Denk das nicht …
    „Es geht“, beschwöre ich ihn und lasse meine Hände über seine Brust wandern. „Ich mag es ebenfalls unkompliziert. Wir könnten einfach Spaß haben und danach putze ich dein Bad“, biete ich ihm an und hebe ihm auffordernd meine Lippen entgegen.
    Für einen flüchtigen Moment berührt sein Mund den meinen, doch Jason ist zu entschlossen, sich dem Augenblick nicht einfach hinzugeben und sich von mir mitreißen zu lassen. Er schließt die Augen, lehnt seine Stirn gegen meine und atmet zittrig in mein Gesicht.
    „Es ist aber nicht unkompliziert, Lara. Mein ganzes verfluchtes Leben ist vor zwei Jahren aus der Bahn geraten.“ Sein Körper zittert unter meinen Handflächen, als tue ihm die Erinnerung an welche Geschehnisse auch immer weh. „Glaub mir, wenn es nicht so wäre, würde ich dich gegen diese Wand vögeln. Das stelle ich mir schon seit gestern vor, seit mir dein verführerischer Duft in die Nase gestiegen ist. Aber es ist nun mal nicht so einfach. Also hör bitte auf, dich mir anzubieten. Ich will dir nicht schon kündigen müssen, ehe du angefangen hast.“
    Mein Kopf schwirrt von all den Informationen, doch Jasons herber, maskuliner Geruch vernebelt mir die Sinne, sodass ich nicht richtig denken kann. Nur diese nagende Sehnsucht drängt sich in den Vordergrund. Ich kann und werde nicht aufhören, bis ich ihn bekomme. Gierig presse ich mich an Jasons harten Schwanz.